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29. Februar 2008 – 27. April 2008 Ernestine Rotter-Peters und Éva NagyZwei Wiener Künstlerinnen des 20. JahrhundertsErnestine Rotter-Peters (1899 – 1984) hinterließ ein sieben Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Werk, das erstmals in diesem Umfang der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Wie viele Künstler der Zwischenkriegszeit nahm sie neusachliche und expressionistische Tendenzen auf, entwickelte daraus aber in den folgenden Jahrzehnten eine eigene, stets dem Gegenständlichen verpflichtete Bildsprache. Von höchster technischer Raffinesse sind ihre Druckgraphiken, die bis in die 1980er Jahre von einem wachen Geist und einem hintergründigen Humor getragen sind. Gegenstand ihrer Beobachtung waren immer wieder Menschen und ihre Schwächen, daneben entstanden zahlreiche Motive aus der Natur, Märchen und Legenden. In verschieden Phasen ihres Lebens beschäftigte sie sich intensiv mit bestimmten Themenkomplexen, etwa Wasserfällen, dem Erscheinungsbild der Landschaft am Semmering oder der Geschichte und Gegenwart der Burgen im Waldviertel. Dabei mischen sich zunehmend in spannender Gegenüberstellung Sichtbares, Vergangenes und Übersinnliches zu komplexen Bilderfindungen. Während und nach einer langen Teneriffareise im Jahre 1976 entstand ein letzter umfangreicher Werkkomplex. Ihr Schaffen wurde mehrfach ausgezeichnet. Éva Nagy (1921 – 2003), geboren in Siebenbürgen, hatte bereits in Ungarn ein Kunststudium abgeschlossen, als sie 1957 nach Wien emigrieren musste. Hier setzte sie ihre Studien an der Akademie unter Albert Paris Gütersloh fort. Diese erste Retrospektive in Österreich zeigt ihr malerisches und zeichnerisches Werk, das zwischen Realismus und Abstraktion steht. Ihre schonungslosen Selbstporträts legen Zeugnis ab von einem nicht immer einfachen Lebensweg, in dem Vertreibung, persönliches Schicksal und kontinuierliches Ringen um künstlerischen Erfolg ihre Spuren hinterlassen haben. Ihre Figuren ordnete sie zunehmend einer kubisch geordneten Flächengliederung unter. Inhaltlich beschäftigte sie sich zeitlebens mit Sinnfragen, dem Eingebundensein des Menschen in eine oft nicht zu verstehende Welt. In ihren Gemälden, Pastellen und Zeichnungen aus den späten 1960er und 70er Jahren erschienen menschliche Figuren in einem Labyrinth, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt, bis sie sich schließlich in der reinen Abstraktion ganz verlieren. In ihrem figurativen Spätwerk, unter anderem Porträts und Stadtlandschaften, scheint eine innere Ruhe durch, die sich auch in einer sicheren Beherrschung verschiedenster graphischer Techniken manifestiert. AdresseLeopold MuseumMuseumsQuartier Museumsplatz 1 1070 Wien Fon +43 1 52 57 00 http://www.leopoldmuseum.org ÖffnungszeitenMontag-Sonntag 10-19 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Dienstag geschlossen.MuseumsbeschreibungDie Sammlung Leopold beherbergt Meisterwerke des Wiener Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus und präsentiert die weltweit größte Egon-Schiele-Sammlung gemeinsam mit Spitzenwerken von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Richard Gerstl, Albin Egger-Lienz u.v.a. |
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