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17. September 2008 – 1. Februar 2009 Die "Gefahren der Vielseitigkeit". Friedrich Torberg zum 100. Geburtstag„Auf dem Papier war er ein böser Mensch, in Fleisch und Blut ein lieber.“ So schreibt Günter Nenning in seinem Nachruf auf Friedrich Torberg (1908–1979). Derart gespalten sind bis heute auch die Meinungen: Seinen Freunden ist Torberg seit jeher ein geistreicher Schriftsteller und pointierter Kritiker, ein stets bewusster Jude und Zionist, der nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den Anekdoten seiner Tante Jolesch die „gute alte Zeit“ wie kein anderer literarisch wiedererstehen lässt. Seinen Feinden ist er der Initiator des „Brecht-Boykotts“ und ein kultureller Scharfrichter, schlicht der Kalte Krieger in Reinkultur.Am 16. September 2008 - dem 100. Geburtstag Torbergs - eröffnet das Jüdische Museum Wien in Kooperation mit der Wienbibliothek im Rathaus eine Ausstellung über Friedrich Torberg: Als Kind tritt er dem jüdischen Sportverein Hakoah in Wien bei, wo er als Schani Kantor reüssiert, mit dem Prager Parallelverein Hagibor wird er 1928 Staatsmeister im Wasserball. Mit Der Schüler Gerber hat absolviert (1930) legt Torberg eines der fulminantesten literarischen Erstlingswerke vor, in dem er zeitlos jedermanns Schüleralpträume gestaltet. Er führt das Leben eines Bohemiens und Sportjournalisten, pendelnd zwischen Wien und Prag. Aufhorchen lässt sein Buch Die Mannschaft (1935), das die Gattung des Sport-Romans mitbegründet und vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele in Berlin 1936 sogar im Deutschen Reich Beachtung findet. 1938 flüchtet Torberg über Zürich nach Paris, wo er sich zur tschechischen Exilarmee meldet. Frankreichs Niederlage folgt die Flucht über Spanien und Portugal nach Palästina. Als einer von zehn „Outstanding Anti-Nazi-Writers“ erhält er 1940 einen Arbeitsvertrag bei den Warner Brothers in Hollywood. Doch Torberg will bald weg aus der Traumfabrik, 1944 zieht er nach New York. Dort pflegt er enge Freundschaften, etwa zu Hermann Broch oder Alma Mahler und Franz Werfel. Doch dem deutschsprachigen Autor fehlen die Leser, 1943 erscheint mit Mein ist die Rache sein einziges Buch im Exil. Die kunstvolle Novelle thematisiert die Frage von Schuld und Sühne angesichts des Massenmordes in den Konzentrationslagern. ÖffnungszeitenSonntag-Freitag 10-18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr, Samstag geschlossen.Museumsbeschreibung |
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