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16. November 2007 – 2. März 2008

GOTTTEUFELÄTHER - NACHTGEDANKEN ZUM PHANTOM DES HERRN W.R.

Eine Oz Almog-Kunstinstallation zu Wilhelm Reich

„EINE REISE MIT HERRN REICH UND OZ ALMOG DURCH DIE KREISE DER HÖLLE“, nennt der österreichisch israelische Künstler seine Kunstinstallation, die parallel zur Reich-Dokumentation in der Seitengalerie im 2. Stock des Museums gezeigt wird. Wilhelm Reich begann in den späten 30er Jahren in seiner Forschung über die körpereigene Energie (Orgon) mit biophysikalischen Experimenten. Hier geriet der bis dahin fachlich weitgehend anerkannte klinische Psychotherapeut auf seiner Suche nach einer umfassenden Theorie über die menschlichen Seele/Körper-Funktionen in die Regionen der esoterischen Grenzwissenschaften. Phänomene, die heute Elektrosmog genannt werden, lieferten dem exzentrischen Forscher Indizien für das Vorhandensein des so genannten „Orgons“, dessen wissenschaftlicher Nachweis jedoch bis heute nicht erbracht werden konnte. Die Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt blieb Reich in seiner Kategorien überschreitenden Arbeit versagt. Mehr Glaube und Inspiration, als strenge Methodik trieben Reich in immer skurrilere Höhenflüge, die schließlich im „Cloudbuster“, einer Art Energieumwandler und Wettermaschine gipfelten. Reichs Erben bilden heute eine fanatische, oft esoterisch inspirierte Fangemeinde. Sogenannte Weiterentwicklungen von Reichs Konzepten ermöglichen heute sogar den Erwerb von Orgon-Pferdedecken per Internet-Versand. Hier gerät der Phantast Wilhelm Reich posthum ins Visier des Konzeptkünstlers Oz Almog. Er wendet sich mit seiner subjektiven und drastischen Präsentation an die Betroffenheit, die Reichs Konstrukte und Konzepte bei Menschen auslösen können - das Phänomen Reich als Getriebener, beseelt von seinen Überzeugungen, unbeirrt gegen den wissenschaftlichen mainstream schwimmend. Oz Almog nimmt Wilhelm Reich als seinen Vergil an, der ihn durch die Höllenkreise führt. Der „Phantomforscher" Reich wird in dieser eigenwilligen künstlerischen Konfrontation mittels einprägsamer visueller Darstellungen gleichermaßen interpretiert, glorifiziert und attackiert. Wilhelm Reich als Kultfigur, als Ikone, als Schöpfer eines pseudowissenschaftlichen Disneyland steht hier in einem künstlerisch-psychedelischen Scheinwerferlicht, das seine Person, sein Wesen und seine Ambitionen in einer neuen, ungewöhnlichen Weise zeigt.


Adresse

Jüdisches Museum - Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Fon +43 1 535 04 31
http://www.jmw.at


Öffnungszeiten

Sonntag-Freitag 10-18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr, Samstag geschlossen.

Museumsbeschreibung






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