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28. Oktober 2006 – 7. Januar 2007

MANUEL GRAF

I. Über die aus der Zukunft fließende Zeit
Eröffnung: Samstag, 28. Oktober, 18 Uhr

II. Woher kommt die Kunst, oder: die Blüte des Menschen
Eröffnung: Samstag, 2. Dezember, 18 Uhr

Der in Düsseldorf lebende Künstler Manuel Graf (*1978) verwandelt das Foyer des Museum X in einen Videoraum, der unerwartete Lehrstunden über die Geschichte von Mensch, Architektur und Kunst präsentiert. Zunächst wird die Videoanimation „Über die aus der Zukunft fließende Zeit“ (10 Min. Loop) gezeigt, anschließend folgt die Erstaufführung eines zur Zeit entstehenden neuen Videos „Woher kommt die Kunst, oder: die Blüte des Menschen“, dessen filmische Requisiten ebenfalls Teil der Präsentation werden.

In seiner 2006 entstandenen Arbeit Über die aus der Zukunft fließende Zei“ berichtet Manuel Grafs ehemaliger Lehrer Herr Wallat. Der Titel manifestiert sich zunächst durch eine Animation von Frank Loyd Wrights "Falling Waters". Danach folgt eine Grafik der Düsseldorfer Theodor-Heuss-Brücke, von der (als gegenwärtigem Standpunkt) ein Stück „Jetzt“ abbricht und in das Dach einer Animation von Ledoux‘ Schleusenwärterhaus fällt. Von dort führt uns Manuel Graf zu dem Vortrag „Ekkehard Wallat über eine Evolutionstheorie nach O.H. Schindewolf“ (einem Zeitgenossen Darwins). Herr Wallat spricht über den Alterungsprozess anhand von Kindheits-und Altersschädeln von Australopithecus, Pithecanthropus und Neanderthaler bis zum Homo Sapiens. Die Theorie besagt, dass der Alterungsprozess von den jeweiligen Kindheitsschädeln der unterschiedlichen Spezies zu deren Alterschädeln linear verläuft, von feiner und kleiner zu gröber und ausgeprägter. Von Australopithecus bis zum modernen Menschen verhält es sich jedoch umgekehrt, hier verläuft die Entwickelung rückläufig. Vergleicht man einen Altersschädel des Australopithecus mit einem Altersschädel des Homo Sapiens, so ist es als ob man einen Kindheitsschädel mit einem Altersschädel vergleicht. Es hat eine „Verjüngung“ stattgefunden. Während Herr Wallat diese Theorie darlegt, erscheinen Animationen der jeweiligen Schädel und ihrer Entwicklungsrichtungen. Im zweiten Teil der Arbeit erklärt Herr Wallat die gleiche Theorie anhand des Pflanzenwachstums. Währenddessen materialisieren sich auf poetische und magische Weise die angesprochenen Prozesse aus seinen Händen. Zusammenfassend gibt uns Herr Wallat mit auf den Weg, dass es zwei Richtungen gibt in denen die Zeit verläuft: „alt werden“ - „jung werden“. Diese Fließrichtungen der Zeit werden veranschaulicht durch abstrakte spiralförmige und sternförmige Muster. Am Ende erhebt sich das Stück „Jetzt“ aus dem Dach des Schleusenwärterhauses und Coldplay singen „I‘m going back to the start“.

Die neue Arbeit Woher kommt die Kunst, oder: die Blüte des Menschen treibt die Theorie der „aus der Zukunft fließenden Zeit“ weiter in eine Erörterung der Herkunft von Kunst. Ausgehend von der bereit zuvor von Hern Wallat dargelegten Überlegung, wonach die Blüte einer Pflanze vielleicht gar nicht aus der Pflanze selbst entsteht, sondern vom Schmetterling (als Teil der beseelten Welt) an die Pflanze herangetragen wird, stellt Graf philosophische Modelle über die Entstehung von Kunst auf: Ist Kunst ein Ergebnis aus schon bestehender Schönheit bzw. Kunst - und schöpft sie demnach aus dem Vergangenen? Oder zieht der Künstler die Kunst aus der Zukunft in die Gegenwart hinein - das Kunstwerk ist ja erst sinnlich wahrnehmbar, wenn es fertig ist, im Gegensatz zu technischen Dingen wie einer Brücke, bei vor dem Bau bereits die gesamte Konstruktion feststehen muss ..... ? „Wie kommt Neues in die Welt?“ Aus der Welt selber oder wird es vielleicht doch von außen an sie herangetragen, so wie es die Gotteslehre sagt? Der neue Film arbeitet mit kleinen Bühnensituationen, deren skulpturale Requisiten ebenfalls im Museum X zu sehen sein werden. Die modellhafte Verkleinerung ist, so Graf über seine Arbeit, eine Ebene, in der „es einem niemand krumm nehmen kann, wenn ich mit der Vergangenheit und der Zukunft umgehe wie mit Äpfeln und Birnen“.



Adresse

Städtisches Museum Abteiberg
Abteistrasse 27
41061 Mönchengladbach
Fon +49 2161 25 26 37
http://www.museum-abteiberg.de


Öffnungszeiten

Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr, Montag geschlossen.

Museumsbeschreibung

Das Städtische Museum Abteiberg ist ein Museum für Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und zeigt u.a. Arbeiten von Joseph Beuys, Richard Serra, Andy Warhol, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Heinz Mack und Ulrich Rückriem.

Neubau eröffnet 1982; Architekt: Hans Hollein.





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