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13. Januar 2008 – 6. April 2008

Harald Metzkes

Die Welt öffnet sich, wenn man von ihr nichts will, und sie schenkt sich, wenn man sie fahrenlässt. Es ist diese Gelassenheit, die den Zauber der Bilder von Harald Metzkes ausmacht. Sie bleiben beim ganz Elementaren: Leben ist Einrichten.

Wie glücklich das aussehen kann, wird hier gezeigt. Leben ist Einüben. Wie vergeblich das sein kann, wird hier gezeigt. Darum handeln die Motive von Tücken, Irrtümern und Einbrüchen, aber auch von der Seligkeit des Übereinstimmens mit sich selbst, mit dem Augenblick, mit einer sich abwendenden Geste. Die Möglichkeit Mensch ist das Thema dieser Malerei bis in die Stillleben und Landschaften hinein, und um diese durchzuspielen, aber auch für vorstellbar zu halten, hat Metzkes sein Prinzip des Beschaulichen, also des
Freigestellten entwickelt, das keinen Gemütszustand beschreibt, sondern die Begegnungsweise zum Bildgeschehen einrichtet: Es soll als Anfertigung gewürdigt werden.

Jean Paul nennt „die epische Darstellung des Vollglücks in der Beschränkung“ ein Idyll. Metzkes, der diesen Dichter liebt, lacht über die Kunstfähigkeit, die sich in so einer Absichtsform des Kunstwollens ausspricht. Deshalb hat er, sofern es bildmöglich ist, auch nichts gegen Epik. Und es wären für ihn nach allem, was in seiner Lebenszeit geschehen ist, nur Abstriche am Vollglück zu machen, weil Glück allein schon mehr wäre, als die meisten finden. Glück, nicht als Dummschaltung alles Widersprüchlichen, Glück als Daseinsform einer sich wollenden und selbst herstellenden Lebensführung. Glück, „das sich in der euphorischen Verantwortungslosigkeit der Phantasie äußert, in dem Vergnügen zu erfinden, zu überraschen, ja sogar durch Erfindung zu schockieren“ wie Milan Kundera es sagt.

Darum ist diese Metzkes-Welt keine heile Welt, aber auch keine kaputte Welt. Und sein Idyll ist eher ein Idüll. Dazu braucht es eine Position des gehobenen Standorts, und der ist es, von dem aus Metzkes letztlich um das Schöne ringt. Sichtbar, erfahrbar wird sie nur im Gleichgewicht ihrer Störungen, und darin ist das Schöne, wie Metzkes es auffasst, ebenso Konstruktion der Idealität wie deren Kritik. Kritik begriffen als Vergegenwärtigung, dass es in der Kunst gegenüber dem Idealen wie gegenüber der Natur nur um Antizipationen gehen kann.

So kommt es auch zu der tiefen Besonnenheit in diesen Bildern. Und zu einer Art von Behagen, das ihnen entströmt und das viele irritiert. Dahinter verbirgt sich, vom Humor abgesehen, ein Wissen um das Relative allen Wissens, das diesen dünnhäutigen Menschen auch im persönlichen Umgang so angenehm macht. Seine Gesellschaft ist wie die seiner Bilder: Sie bilden - das Augenmaß.

Michael Freitag

Adresse

Kunsthaus Apolda
Bahnhofstraße 42
99510 Apolda
Fon +49 3644 51 53 65
http://www.kunsthausapolda.de/


Öffnungszeiten

Dienstag-Sonntag 10-18 Uhr

Museumsbeschreibung






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